Skifahren lernen

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – ein wenig gilt dies mit Sicherheit auch für den Skisport. Kinder tun sich zumindest wesentlich leichter damit, Skifahren zu lernen, als Erwachsene. Deshalb schicken viele Eltern ihren Nachwuchs schon im Kindergartenalter in die Skischule. Dort können sich die Kids erst einmal mit der richtigen Technik und der notwendigen Ausrüstung vertraut machen, ehe sie mit dem Papi die Buckelpisten hinunterwedeln. So wird der weiße Sport für Groß und Klein zum Vergnügen.


Ein Skikurs empfiehlt sich auf jeden Fall, denn mit dem Skifahren ist es ähnlich wie mit dem Schwimmen lernen. Die Kinder lernen lieber bei einer »neutralen« Person, als sich von den eigenen Eltern anleiten zu lassen. »Selbst einige von unseren Skilehrern haben bei dem Versuch, die eigenen Kinder zu unterrichten, verzweifelt aufgegeben«, weiß Manuela Dengl von der Skischule Ismaning. Auch Stefan Steinberger, einer der beiden Inhaber der Ski- und Snowboardschule Freising ist sich sicher: » Probleme gibt es eher, wenn die Eltern bei den Skikursen dabei sind«, denn dann seien die Kleinen zu sehr abgelenkt und hielten nicht so gut durch. 

Steinberger bietet für die Ski-Zwergerl Vier-Tages-Kurse an, inklusive Busfahrt ins Sudelfeld, Liftkarte und Rundum-Betreuung durch die Skilehrer. Dazu gehört auch die Hilfe beim Mittagessen, beim An- und Ausziehen der Skikleidung und der Skier und natürlich beim »Aufs-Klo-Gehen«. Die Busse fahren morgens los, und kommen am Nachmittag wieder zurück. Wer seine Kleinen noch nicht alleine auf die Tagesreise schicken will, kann bei rechtzeitiger Anmeldung als Begleitperson im Bus mitfahren. Die Ismaninger Skischule hat speziell für besorgte Eltern sogenannte »Drive-In-Kurse« im Programm, bei denen die Kids mit dem eigenen Fahrzeug ins Skigebiet gebracht werden können.

Das ideale Alter, um mit dem Skifahren zu beginnen, liegt bei etwa 5 Jahren. Die meisten Skischulen geben an, dass die Zwergerl nach vier bis fünf Tagen Unterricht bereits mittelschwere Abfahrten und die entsprechenden Liftfahrten bewältigen können. Sehr wichtig ist die Ausrüstung, die man in Sportgeschäften und Skischulen auch ausleihen kann. Es muss nicht das allerneuste Equipment sein, aber die Eltern sollten darauf achten, dass die Ski gut gewachst, die Kanten ordentlich geschliffen und die Bindungen richtig eingestellt sind. Andernfalls kann der Kurs für die Kinder und für die Skilehrer zur Geduldsprobe werden. Carving-Ski sind heute Standard und der Unterricht ist auf diese Ski ausgerichtet. Die richtige Skilänge kann man leicht herausfinden: Den Ski neben dem Kind aufstellen – reicht er bis zwischen Kinn und Nasenspitze, ist alles OK.


Der Snowboard-Boom der vergangenen Jahre lässt nach

Aber – fahren die wirklich coolen Kids nicht sowieso nur noch Snowboard? Keineswegs. Nach Steinbergers Beobachtungen lässt der Snowboard-Boom der vergangenen Jahre derzeit sogar etwas nach. Außerdem sollte man erst ab etwa 8 Jahren mit dem »Boarden« anfangen, da es sehr anstrengend und kräfteraubend ist, bis man die ersten Kurven richtig hinbekommt. Wer allerdings schon Skifahren kann, lernt auch das Snowboarden schneller, weil er das Tempo und das Gleitgefühl schon kennt, erklärt Steinberger.

Neben den Skischulen organisieren auch die zahlreichen Skiclubs im Landkreis Tagesfahrten für alle Skibegeisterten und Skikurse für Kinder und Erwachsene. Einer der größten Clubs ist mit über 1.700 Mitgliedern der Skiclub Mauern, der eine eigene DSV (Deutscher Ski-Verband) Skischule und einen Ski-Service-Center betreibt. 
Der Skiclub Haag an der Amper zählt derzeit etwa 400 Mitglieder und führt bei guter Schneelage Zwergerl-Kurse auf dem Doktorberg in Haag durch. Der Club verfügt über 15 DSV-Skilehrer und bildet diese selbst aus. Mit den Kindern ab 6 Jahren, die bereits sicher auf dem Ski stehen, geht es dann tageweise zu dem nahegelegenen Skigebiet Geisskopf bei Bischofsmais im Bayerischen Wald. Laut Traudl Hirscheider vom Haager Skiclub liegen die Vorteile dieses Skigebietes auf der Hand: Abwechslungsreiche Pisten, ein neuer 
Doppelsessellift, Schneesicherheit durch eine neue Beschneiungsanlage und kein vorprogrammierter Stau bei der Rückfahrt.

Von Freising aus lassen sich auch viele familienfreundliche Skigebiete in den deutschen und österreichischen Alpen in 1 1/2 bis 2 Stunden erreichen, wie zum Beispiel das Sudelfeld, Lengries, Spitzing, Reit im Winkl, Durchholzen oder Ellmau-Scheffau.

In fast allen Skigebieten gibt es sogenannte Skikindergärten – die ideale Lösung, falls der Nachwuchs das Skifahren lernen soll, und die Eltern währenddessen selbst gerne auf die Piste oder einfach mal ausspannen wollen. Die Villa Lustig am Jaudenhang in Lengries – Wegscheid beispielsweise, nimmt die Kinder sogar stundenweise auf. Skifahren in Freising? Auch das ist möglich. Ein absoluter Geheimtipp ist der Skilift Hanslmühle, der einzige Schlepplift im Landkreis. An der Landstraße zwischen Moosburg und Mauern gelegen, hat der Lift immerhin 300 Meter Schlepplänge und verleiht dem kleinen Hang durchaus ein alpines Flair – und das seit 40 Jahren, wie Liftbetreiber Sebastian Pfaffinger nicht ohne Stolz berichtet. Die Anlage wurde mehrmals modernisiert und den gängigen Standards angepasst. Bei guter Schneelage hat der Lift ganztätig von 8 Uhr bis 21 Uhr (Flutlicht) geöffnet. Im vergangenen Jahr konnte wegen des schneereichen Winters die Anlage volle sechs Wochen lang in Betrieb gehalten werden. 
[Katrin Ruiz]