Wie fair gehandelte Fußbälle zu einer gerechteren Welt beitragen.Ball ist nicht gleich Ball

Wie fair gehandelte Fußbälle zu einer gerechteren Welt beitragen.


Zur Zeit kommen rund 80% der weltweit verwendeten Fußbälle aus Pakistan, insbesondere aus der Region um die Stadt Sialkot im Osten des Landes. Die Sportgeräte werden noch immer in reiner Handarbeit genäht: eine geübte Näherin kann am Tag bis zu vier Bälle produzieren. Ausbeuterische Kinderarbeit, das heißt Arbeit von Kindern unter 15 Jahren, die die persönliche Entwicklung verhindert und einer schulischen Bildung im Wege steht, war in diesem Bereich noch bis in die späten 90er Jahre Gang und Gäbe. Glücklicherweise ist sie aber aufgrund des öffentlichen Drucks und auf Initiative der Weltladenbewegung bis auf wenige Ausnahmen fast völlig verschwunden. 

Dennoch sind die Arbeitsbedingungen für die NäherInnen denkbar schlecht: Da sie pro abgeliefertem Ball bezahlt werden, sind oft acht- bis neunstündige Arbeitstage an 6 Tagen in der Woche notwendig, um für eine Familie das Überleben zu sichern. Für ihre monotone und anstrengende Arbeit erhalten sie einen – selbst für pakistanische Verhältnisse – schlechten Lohn und sind nicht gesundheitlich abgesichert. 

Der Faire Handel hat sich zum Ziel gesetzt, diese Bedingungen zu verbessern. So kommt der höhere Preis, den man im Weltladen für einen Fußball bezahlt, direkt den ArbeiterInnen in Pakistan zugute. Sie erhalten nicht nur 74 bis 97% mehr Lohn als ihre KollegInnen, die konventionelle Bälle herstellen, sondern genießen auch sonst viele Vorteile. Beispielsweise kann sich jeder Angestellte kostenlos vom Betriebsarzt untersuchen lassen, die Kinder können während die Mütter arbeiten eine Vorschule besuchen, die Arbeitsplätze sind modern ausgestattet und es gibt ein umfangreiches Programm für die Vergabe von Kleinkrediten. Dies ermöglicht es den NäherInnen, sich unabhängig von der Fußballproduktion selbst zu verwirklichen, zum Beispiel indem sie den Kredit als Startkapital für ein eigenes kleines Unternehmen nutzen oder um Nutztiere zu halten. 

Leider wird bisher nur ein winziger Bruchteil der pro Jahr verkauften 40 Millionen Fußbälle fair gehandelt. Dabei sind diese den Produkten der großen Marken sowohl qualitativ als auch optisch absolut ebenbürtig. Viele sind auch offiziell von der FIFA genehmigt, dürften also sogar für Ligaspiele verwendet werden. 
[David Müller]


Weitere Informationen:
Freisinger Weltladen
Ziegelgasse 10
85354 Freising