Alexander KutscheraInterview mit Alexander Kutschera

Alexander Kutschera hat das geschafft, wovon viele Buben träumen: Eine Karriere als Profifußballer. Der Freisinger spielte unter anderem bei 1860 München und Eintracht Frankfurt in der Bundesliga. Gelernt hat er das Kicken aber in Freising – bei der SG Eichenfeld und später bei der damaligen Eintracht.


KiKo: War es schon immer ein Traum von Dir, Fußballprofi zu werden?
Kutschera: Nein, ich habe einfach nur gerne Fußball gespielt, der Wunsch Profi zu werden stand damals überhaupt nicht im Vordergrund. Aber ich hatte das große Glück, schon als A-Junior mit 17 Jahren in der 1. Mannschaft der damaligen Eintracht Freising zu spielen. Und da wurden dann die Talent-Scouts von FC Bayern und 1860 München auf mich aufmerksam. 

KiKo: Welche Voraussetzung sollte man mitbringen, um ein guter Kicker zu werden?
Kutschera: Es wird oft unterschätzt, dass neben dem Talent die wichtigste Voraussetzung der Spaß am Fußball ist. Ohne Druck von den Eltern, den Trainern, dem Verein oder sonst jemandem. Aber das gilt ja eigentlich für alle Hobbys, egal ob es nun um Fußball geht oder um Gitarrespielen. 

Kiko: Aber ohne Schweiß kein Preis. Wie viel muss man als Profi trainieren?
Kutschera: In der Vorbereitungszeit trainiert man in der Regel 3 mal pro Tag. Morgens laufen, dann zwei drei Stunden Training am Vormittag, dann wieder ein paar Stunden am Nachmittag. Dazwischen Massagen, Reha-Maßnahmen und so weiter. 

Kiko: Möchte Dein Sohn Dennis auch Fußballer werden?
Kutschera: Er trainiert beim SE Freising und sicher würde es ihm, wie allen Jungs, gefallen, Fußballer zu werden. Aber ich merke, dass er noch nicht den unbedingten Drang hat, ständig Fußball zu spielen. Aber ganz gleich, für was er sich begeistern wird, für Fußball oder einen anderen Sport, ich werde ihn natürlich unterstützen.

Kiko: Was macht Deiner Meinung nach die Faszination Fußball aus?
Kutschera: Fußball ist ein Mannschafts- und Wettkampfsport. Sich mit einem Gegner zu messen, gemeinsam zu gewinnen und Erfolg zu haben, aber auch mal verlieren, das alles stärkt das Wir-Gefühl. Gerade für 12 bis 15 jährige Jugendliche kann Fußball ein wichtiger Ausgleich sein. Die Jungs können sich auspowern, finden in den Mannschaftskollegen Freunde und sind im Verein einfach gut aufgehoben und treiben sich nicht herum. 

Kiko: Wie und wo wirst Du die WM erleben?
Kutschera: Wenn ich Zeit habe und daheim bin, schaue ich natürlich ein paar Spiele an – am liebsten die Spiele von den Underdog-Mannschaften, da wird oft noch richtig toller Fußball gespielt. Aber ich werde meine Freizeit nicht nach der WM ausrichten.
[K. Ruiz]