@Foto: dmitrimaruta/Fotolia.com

Altbewährtes oder neue Technik – was ist besser für unsere Kinder?

Unsere Welt bleibt nicht stehen. Ganz und gar nicht. Alles um uns herum wird schneller. Wo früher lange Wege nötig waren um den heiß ersehnten Weihnachtswunsch der Kinder zu erfüllen, genügt heute ein einziger Klick im World Wide Web und schon steht der seltene Roboter mit den vielen Funktionen im Warenkorb. Morgen schon ist er dann auch zu Hause, dank schnellem Lieferservice. Unsere Kinder sind sogenannte Digital-Natives. Während wir noch mit starren Augen auf die Smartphones von heute blicken und uns fragen, wie es vom einfachen Handy so schnell zum multifunktionalen Telefon inklusive Internet kommen konnte, sind solche Dinge für unsere Kinder längst selbstverständlich. Sie werden bereits im Kleinkindalter mit den Wundern der Technik konfrontiert, schließlich geben wir Eltern uns nicht besonders viel Mühe die Kleinen von dieser fern zu halten. Es ist aber auch zuckersüß, wie leicht sich bereits Babys beispielsweise von den bunten Bildschirmen der Tablets faszinieren lassen. Meist dauert es trotzdem nicht lange, bis wir uns fragen, ob all die Technik, die für unsere Kinder heute zur Verfügung steht, wirklich so gut ist oder ob wir nicht langsam wieder einen Gang zurück schalten sollten.


Faszination Technik

Spielzeug: Faszination TechnikEltern beobachten vor allem bei Kleinkindern fast immer das gleiche Verhalten. Gibt es irgendwo im Raum ein Spielzeug, das besonders bunt ist, womöglich noch leuchtet und sich bewegt, wird jeder Bauklotz und jede Holzbahn erstmal beiseite gelegt. Die bunten Farben ziehen Kinder regelrecht in einen Bann, bei so manchem Kind steht der Mund gar weit geöffnet. Mehr oder weniger zögernd werden dann alle Spielmöglichkeiten ausgetestet, die verschiedenen Musikstücke abgespielt und wieder Neues versucht.

Allen voran auf der Beliebtheitsskala bei größeren Kindern sind heute Tablets und Lerncomputer. Sie sind weit mehr als Spielzeug. Sie fördern die Entwicklung der Kinder. Viele der Spiele helfen beim Lernen von Zahlen, beim Erlernen von Schrift oder schulen Reaktion und Feinmotorik.

@Foto: gekaskr/Fotolia.com


Die Schattenseiten der Technik

Der Nachteil an all den bunten, lauten, hoch technischen Spielsachen ist ihre Einseitigkeit. Kaum ein Gerät hat wirklich viele Funktionen, die auf Dauer Spaß machen. Weil sie aber meist sehr groß und sperrig sind, bieten sich nur wenige an um zweckentfremdet zu werden. Stattdessen landen sie dann doch irgendwann unbespielt in der Ecke. Bei den Lerncomputern ist dieses Verhalten zwar eher weniger zu beobachten, stattdessen geraten Kinder hier dafür in eine Art Sucht und lassen sich nur schwer davon überzeugen sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Das ständige Erneuern von Batterien oder die Notwendigkeit einer Ladestation sind zudem auf Dauer unpraktisch und sorgen für unnötigen Müll. Auch in Bezug auf Schadstoffe machen viele technische Produkte, die gerne auch mit der Bezeichnung »made in china« versehen sind, Schlagzeilen. Nur einige der Gründe, warum die Tendenz heute immer mehr zurück zu den altbewährten Klassikern geht.


In der Einfachheit liegt die Kreativität

Spielzeug: In der Einfachheit liegt die KreativitätWas erzählen die Großeltern nicht immer von Damals, als sie sich tagelang mit Stöcken und Ästen beschäftigt haben. In der heutigen Zeit klingt das kaum mehr vorstellbar, doch die Kinder älterer Generationen hatten beim Spielen genauso viel Spaß wie Kinder aus unserem neuen und technischen Jahrtausend. Es liegt in der Natur der Kinder, dass sie aus dem Nichts heraus ganze Spielwelten schaffen oder schon häufig bespielten Dingen einfach einen neuen Sinn geben. Denn, der Spielzeugpirat des Bruders eignet sich ebenso gut zur Teeparty wie die rosafarbene Puppe. Nicht selten sieht man Kinder auch hoch technisches Spielzeug anders nutzen, wenn es das zulässt. Dann bleiben einfach alle Funktionen aus und der Multifunktions-Roboter fliegt genauso durch die Luft wie der einfache Holzsoldat. Es sind andere Werte, die Kinder lernen können, wenn sie mit einfachem Spielzeug spielen. Es fordert ihre Kreativität und gibt ihnen viele ganz eigene Entfaltungsmöglichkeiten, da sie kaum vorgegebene Spielvarianten haben.

@Foto: Anyka/Fotolia.com


Die gesunde Mischung macht's

Ganz und gar ohne Technik können unsere Kinder heute nicht aufwachsen. In vielen Situationen finden es Eltern verständlicherweise auch einfach bequem ihren Kindern ein Spielzeug in die Hand zu geben, dass viele Funktionen vorgibt oder sie mit etwas zu beschäftigen, dass selbsterklärend funktioniert und sie von Anfang an ohne Startschwierigkeiten fasziniert. Auch die Tablets sind sicherlich aus der Zukunft unserer Kinder nicht mehr wegzudenken. Wichtig ist, im Alltag einen Ausgleich aus Technischem und Einfachem zu finden (hochwertiges und pädagogisch wertvolles Spielzeug beider Varianten wie z.B. hier im Shop erhältlich) und so alle Sinne der Kleinen zu fördern. Neben der Carrerabahn, bei der es nur einen Knopf bedarf um die Autos entlang der Strecke flitzen zu lassen ist beispielsweise auch eine einfache Holzeisenbahn etwas Schönes. Bei der geht es weniger um Geschwindigkeit, als mehr um das Aneinandersetzen vieler kleiner Anhänger und der Herausforderung diesen Zug unfallfrei dahinziehen zu lassen. Von außen betrachtet der gleiche Vorgang, doch in der Entwicklung des Kindes ein immenser Unterschied.
Ganz ersetzen lässt sich das altbewährte »einfache« Spielzeug sowieso nicht. Denn Klassiker wie Bausteine oder der Inhalt eines Einkaufsladens bedürfen, auch wenn es möglich scheint, keinerlei blinkender Funktionen.