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Muttertag und Vatertag

Woher kommen diese Feiertage eigentlich? Im Gegensatz zu den kirchlichen Festtagen ist darüber wenig bekannt.


Im Mai wartet auf uns Eltern ein kleines Highlight: Am Muttertag werden die Mütter von der Familie so richtig beschenkt und verwöhnt (hoffentlich!). Und am Vatertag dürfen die Väter mit ihren Kumpels um die Häuser ziehen und einmal alle Verantwortung vergessen. Doch woher kommen diese Feiertage eigentlich? Im Gegensatz zu den kirchlichen Festtagen ist darüber wenig bekannt.

Der Muttertag blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Ursprung soll auf Bräuche des Mutterkultes im alten Griechenland zurückgehen, als »Muttertag« wird er jedoch erstmals 1644 in England erwähnt. Der Muttertag wurde dort genutzt, um die Familie zusammen zu führen. Alle Kinder, auch die entfernt lebenden, besuchten ihre Mutter an diesem Tag und beschenkten sie.

1872 forderte dann die amerikanische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Julia W. Howe einen offiziellen Mütterfeiertag. Sie erlebte die Verwirklichung nicht mehr, ihre Tochter Ann Marie Reeves Jarvis ließ jedoch nicht locker und startete am 9. Mai 1907, dem 2. Todestag ihrer Mutter, einen Werbefeldzug für die Einführung eines offiziellen Muttertages – mit Erfolg: Am 8. Mai 1914 erklärte Präsident Woodrow Wilson den Muttertag (zweiter Sonntag im Mai) zum nationalen Ehrentag.

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich der Muttertag auch auf dem europäischen Festland durch, zunächst in Österreich und Skandinavien, dann auch in Deutschland. 1933 wurde er hierzulande auf den zweiten Sonntag im Mai gelegt.


Die Vatertag wird nicht zufällig an Christi Himmelfahrt gefeiert, sondern geht wahrscheinlich auf die christlichen Himmelfahrts-Flurumgänge und -ritte zurück. Bereits im Mittelalter hatte sich jedoch ihre religiöse Bedeutung verloren, und so wurden die Wanderungen vor allem genutzt, um sich zu betrinken. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich daraus die »Herrenpartien« oder »Schinkentouren«, die dann nach Einführung des Muttertages der Gleichbehandlung halber zum Vatertag erklärt wurden. Ob Mutter oder Vater – genießen Sie Ihren Feiertag und lassen Sie es sich richtig gut gehen.
[Text: Elke Virginia Koch, Foto: Amber Antozak, istockphoto.com]