Schulweglotsenprojekt des Sonderpädagogischen Förderzentrums Freising
Auf diesem Schulweg kam es immer wieder zu negativen Vorfällen. Schnell waren die Schüler in Konflikte untereinander verwickelt. Kaum jemand traute sich einzugreifen. Neben diesen Auseinandersetzungen ergaben sich auf dem langen Schulweg natürlich auch einige Gelegenheiten, Unfug anzurichten. Das »Klingelputzen« und Äpfelklauen in angrenzenden Gärten ärgerte die Anwohner.
Besorgniserregend war insbesondere, dass Schüler den Gehweg verließen oder ihren Schulweg mit dem Überqueren der S-Bahngleise »abkürzten«. Um dem zu begegnen, hat sich das Förderzentrums im November des Jahres 2004 dazu entschlossen, das sogenannte »Schulweglotsenprojekt« ins Leben zu rufen. Fünf Lehrkräfte und die Schulsozialarbeiterin entwickelten auf der Basis erprobter Streitschlichter-Modelle ein auf unsere Schule fein abgestimmtes Konzept.
[A. Powroznik, M. Mennen, S. Kafko, E. Braun,
J. Vogt, A. Rehklau, A. Leeb (Ausbildungsteam des
Sonderpädagogischen Förderzentrums Freising)]
Besorgniserregend war insbesondere, dass Schüler den Gehweg verließen oder ihren Schulweg mit dem Überqueren der S-Bahngleise »abkürzten«. Um dem zu begegnen, hat sich das Förderzentrums im November des Jahres 2004 dazu entschlossen, das sogenannte »Schulweglotsenprojekt« ins Leben zu rufen. Fünf Lehrkräfte und die Schulsozialarbeiterin entwickelten auf der Basis erprobter Streitschlichter-Modelle ein auf unsere Schule fein abgestimmtes Konzept.
Leitidee: Eigenverantwortung
Unser Leitgedanke war die Schaffung eines friedlichen und angenehmen Schulwegs für alle. Dazu sollten ausgewählte S-Bahn-Schüler in Eigenverantwortung auf dem Schulweg Konflikte schlichten, Streitigkeiten klären, unsoziales oder strafbares Verhalten beobachten und ansprechen und als Vorbild für alle Schüler fungieren. Der erwünschte Erfolg sollte eine positive Entwicklung des Sozialverhaltens der anderen Schüler sein. Hierbei spielt die Einhaltung klar definierter Grenzen eine entscheidende Rolle. Denn Schulweglotsen handeln keinesfalls in der Rolle des »Polizisten« oder »Richters«. Sie urteilen und bestrafen nicht. Sie verzichten auf die sogenannte »Wolfssprache« – Körperkontakt ist dabei absolutes Tabu – gebrauchen die »Giraffensprache« in »Wir«-Botschaften, »spiegeln« Gefühle und treffen gegebenenfalls überprüfbare Vereinbarungen mit den Streitenden.Ausbildung zum Schulweglotsen
In Ausbildungsseminaren lernten die von den Klassenlehrkräften vorgeschlagenen Schüler, ihre sozialen Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Gruppendynamik, Kooperation, Empathie und Konfliktlösung auszubauen. Bei Schulwegbegehungen und in unzähligen Rollenspielen konnten sie Erlerntes immer wieder anwenden. Eine Lehrerin begleitete diesen Prozess filmisch und stellte eine DVD her (auf Anfrage erhältlich).Erprobungsphase
Im April 2005 legte die erste Staffel unserer »SWLer« eine eigens entworfene Prüfung mit Erfolg ab. Die Zusatzstunden hatten sich gelohnt und jetzt konnten sich die Schüler, ausgestattet mit ihren Foto-Ausweisen und einer Menge Praxiswissen, in der Realität erproben. Eine wöchentliche Praxisbegleitung gab ihnen dabei Unterstützung. Schwierigkeiten und Grenzen konnten reflektiert und erste kleine Erfolge gefeiert werden.2. Ausbildungsstaffel
Nach einer positiven Bilanz im Oktober 2005, setzten wir das Projekt mit einer zweiten Staffel fort. Dass die selbst produzierte DVD über das SWL- Projekt beim sogenannten »buddY-Wettbewerb« eingereichte wurde und dabei als bayerischer Landessieger hervorging, machte die Schüler sehr stolz. Sie gewannen eine Gruppenfahrt nach Hannover, wo sie für ihr Engagement ausgezeichnet wurden.Ausblick
Durch die Unterstützung seitens unserer Schulleitung und die gute Zusammenarbeit mit den Klassenlehrkräften konnte sich diese wertvolle Einrichtung etablieren. Die Schüler der mittlerweile dritten SWL-Generation haben ihre Prüfungen erfolgreich abgelegt und freuen sich schon auf den Tag, an dem sie, die »alten Hasen«, den »Neuen« den Unterschied zwischen »Wolfssprache« und »Giraffensprache« anschaulich vermitteln werden.[A. Powroznik, M. Mennen, S. Kafko, E. Braun,
J. Vogt, A. Rehklau, A. Leeb (Ausbildungsteam des
Sonderpädagogischen Förderzentrums Freising)]
Home
