Winterfütterung der VögelWinterfütterung der Vögel

Viele Dinge die den Kleinen einen Riesenspaß machen, bereiten uns Erwachsenen Kopfzerbrechen, weil sie entweder gesundheitsschädlich, pädagogisch bedenklich oder anderweitig unkorrekt sind. Neben Fastfood und Fernsehen gehört dazu auch eine auf den ersten Blick so harmlose Angelegenheit wie das Füttern der Gartenvögel im Winter.


Hierbei muß man sich möglicherweise einer Diskussion mit militanten Naturschützern stellen, die solche Fütterungen als zerstörerischen Eingriff in natürliche Kreisläufe betrachten. Andererseits sehen auch Tierschutzorganisationen durchaus Vorteile in der Verköstigung der gefiederten Freunde. Während beim Tierschutzbund jedes einzelne gerettete Tier zählt, betont der Landesbund für Vogelschutz besonders den erzieherischen Wert dieses Naturkontaktes für die Kinder. Man sollte sich aber unbedingt darüber im Klaren sein, daß hier kein wohltätiger Artenschutz betrieben wird, sondern nur die Vögel unterstützt werden, die eh schon am häufigsten vorkommen und daß man durch unsachgemäßes Füttern den Tieren auch erheblichen Schaden zufügen kann. 

Oberstes Gebot ist die Hygiene am Futterplatz, weil durch Vermischung der Körner mit Kot oder Nässe Krankheiten wie z.B. die Salmonellose übertragen werden können. Offene Vogelhäuschen sollten daher täglich gereinigt werden (nur von Erwachsenen, dabei Handschuhe tragen). Alternativ können auch geschlossene Futtersilos verwendet werden, die ein Naßwerden oder Verschmutzen des Futters gar nicht erst zulassen.

Füttern sollte man nur bei geschlossener Schneedecke oder Dauerfrost, dann aber regelmäßig und mit artgerechtem Futter. Ungeeignet sind gesalzene Speisen wie Wurst, Käse oder Brot. Obst in kleinen Stücken gefriert leicht, daher sollte man nur ganze Äpfel auslegen und auch kein Wasser dazu anbieten. Wer ökologisch verträglicher füttern will, kann auch heimische, Beeren tragende Sträucher in den Garten pflanzen und die Samenstände von Gräsern und Stauden im Herbst stehen lassen. Daran knabbern dann auch seltenere Arten, die sich spezialisierter ernähren oder sich nicht so nah ans Haus trauen. Wirklich gefährdeten Vogelarten hilft man am Besten, in dem man das Futtergeld (laut NABU werden jährlich mehrere hundert Mio Euro ausgegeben) in eine Spende für eine Vogelschutzorganisation umwandelt. Damit werden dann Biotopflächen unterhalten, die bedrohte Arten beherbergen. 

Für eine sinnvolle Winterfütterung gibt es noch zahlreiche andere Punkte zu beachten, von der Katzensicherheit des Freßplatzes bis zur idealen Futtermischung für Körner- oder Weichfutterfresser. Ausführlich informieren kann man sich bei den einschlägigen Vereinen und in Zoofachgeschäften. Idealerweise betrachtet man das Ganze als pädagogische Herausforderung, bei der die Kinder wichtige biologische Zusammenhänge und Verantwortung für die Umwelt lernen können. Das erfordert zwar etwas mehr Zeit und Aufwand als einfach nur die Müslireste vom Frühstück auf die Terrasse zu streuen, dafür dient es dann nicht nur dem Vergnügen der Kinder sondern die Vögel können sich auch darüber freuen.
[Martina Meidinger]


Mehr Informationen unter 
www.tierschutzbund.de
www.lbv.de
www.nabu.de