Spielgeräte und LieblingsplätzeSpielgeräte und Lieblingsplätze

Garten und Natur: Die typische Gartenarbeit der Wintermonate besteht darin, Projekte für Frühjahr und Sommer zu planen. Eltern können sich z.B. Gedanken über neue Spielmöglichkeiten für ihre Sprösslinge machen.


Wem dazu nur die obligatorische Kletter-Schaukel-Rutsche- Kombination einfällt, der sollte wissen, daß diese Anschaffung in vielen Familien sofort wieder bereut wird. Das sperrige Teil widerspricht jeder Ästhetik, stört immer beim Rasenmähen und wird nach 5 Minuten Schaukeln und der Feststellung, daß die Rutschbahn viel zu kurz ist, von den Kindern ad acta gelegt.

Spannender und phantasieanregender sind Dinge, die die Art der Nutzung nicht so genau vorschreiben. Aus der eigenen Kindheit ist mir eine selbst gezimmerte Pyramide aus Rundhölzern in Erinnerung, die wahlweise als Klettergerüst oder – mit einer Decke verhangen – als Indianerzelt benutzt wurde. Man muß aber nicht gleich zum Handwerker werden. Gerätehersteller und Holzfachhändler bieten mittlerweile eine gute Auswahl an Spielmöglichkeiten und oft auch überraschend kreative, platzsparende Lösungen an.

In kleinen Gärten ist Mehrfachnutzung angesagt. So kann man z.B. an einem Balken im – tagsüber leerstehenden – Carport die Schaukel aufhängen oder das Dach des Geräteschuppens wird zur Aussichtsplattform. Ein großer Findling oder ein Wurzelstock lädt ebenfalls zu körperlicher Ertüchtigung ein, kann aber obendrein zum Fabelwesen mutieren und Rollenspiele bereichern und läßt sich noch dazu dekorativ im Garten platzieren. Innovativ sind auch Spielhäuschen auf Pfählen, unter denen noch ein schattiger Sandkasten Platz findet. Der Sandkasten ist sowieso ein Muß im Familiengarten. Hier halten sich die Kleinen am längsten auf. Die Buddelkiste ist für Babys und Schulkinder gleichermaßen interessant, besonders in Verbindung mit Wasser.

Auch die Gestaltung der Außenanlage ist von Bedeutung: Viele Kinder wünschen sich einen Hügel im Rasen oder größere Abstände zwischen den Sträuchern, so daß man um sie herumlaufen und sich dazwischen verstecken kann. Außerdem haben verwilderte Gartenecken eine besondere Anziehungskraft auf den Nachwuchs. Hier kann man sich zurückziehen, Fundstücke sammeln und an einem »Bauplatz« Ziegel, Holzstücke und Kieselsteine zu kleinen Kunstwerken arrangieren.

Oft geben Kinder als bevorzugten Spielort die Straße oder die Parkplätze vor dem Haus an, weil man hier spontan Freunde treffen kann und viel Platz hat. Empfehlenswert ist das allerdings nicht, denn die Unfallgefahr ist hoch und eine Beaufsichtigung durch die Eltern unerlässlich. Wer seiner Nachkommenschaft also etwas Gutes tun will, plant schon mal den Umzug in eine verkehrsberuhigte Siedlung. 
[Martina Meidinger]