Blumen zum EssenBlumen zum Anbeissen

Bestimmt haben Ihre Kleinen schon mal eine Gänseblümchensuppe »gekocht«. Die ist dann vielleicht auf dem Komposthaufen gelandet, weil sie ja nur zum Spielen gedacht war. Dabei sind Blüten schon seit Jahrhunderten Bestandteil unserer Küche und derzeit erleben sie eine Renaissance als Kochzutat.


Auch bei Kindern isst das Auge mit und die Experimentierfreude ist groß. Gerichte, die sonst verschmäht oder zumindest als fad bezeichnet werden, können durch Zugabe von Blüten mehr Farbe, Duft und Aroma erlangen. Ein einfacher Reis wird, aufgepeppt mit Veilchen und Primeln, plötzlich zum Lieblingsessen und der Salat schmeckt mit Ringelblumen oder Schnittlauchblüten noch mal so gut. Kandierte Rosenblüten, in Essig eingelegte Lavendelblüten oder Löwenzahnsirup erfreuen Auge, Nase und Gaumen. Ist ein Blütenmenü geplant, hat man aber erst mal ein Beschaffungsproblem. Was an Wegrändern undauf landwirtschaftlich genutzten Flächen wächst, ist oft stark verschmutzt oder gedüngt und gekaufte Pflanzen wurden vermutlich mit Pestiziden behandelt. Bleibt als Lieferant nur die Biogärtnerei oder der eigene Garten.

Zum Glück ist die Auswahl groß – unterscheiden sollte man aber Blüten für herzhafte und für süsse Speisen. So ist z.B. die Kapuzinerkresse leicht scharf und eignet sich daher nicht für Kuchen oder Desserts. Blüten von Beeren, Obst und Kräutern können ebenso verzehrt werden wie z.B. Malven, Nelken, Taglilien oder Dahlien. 

Kleine Hobbyköche werden auch in Topfgärten oder Balkonkästen fündig. Sonnenblumen, Chrysanthemen oder Levkojen bieten sich an. Findige Saatguthersteller verkaufen auch bereits Samenmischungen zum Thema. Wichtig ist, den Kindern zu erklären, daß nicht alle Blüten genießbar und einige sogar giftig sind. Manche Blumen schmecken sehr intensiv, während andere wenig Eigengeschmack haben und stattdessen eine tolle Dekoration abgeben. Vor der Verwendung werden die Blüten gewaschen und auf Insekten untersucht. Unterschiedlich sind auch die Arten der Zubereitung. So isst man z.B. bei Sonnenblumen oder Stockrosen nur die Blütenblätter. Staubgefäße, Strünke oder Samen werden vorher entfernt. Andere wie z.B. Borretsch und Gänseblümchen kann man auch im Ganzen verspeisen. Blütengerichte sind schnell gezaubert und immer wieder Glanzpunkte auf unserem Speisezettel. 
[Martina Meidinger]


Rezepte findet man z.B. in den Büchern:

Köstliche Blüten
(Nickig/Rau)
Übersichtlich nach Jahreszeiten geordnet
ISBN 3-89243-527-9

Blütenkochbuch
(Brown/Garrett)
Mit Tipps zu Anzucht und Pflanzung
ISBN 3-88472-810-5,

Extra für Kinder ist das Merkblatt
»Essbare Blüten«
des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau
Tel. 089/544305-0
www.gartenbauvereine.org 

Bedenkenlos kaufen kann man in der 
Naturland-Staudengärtnerei 
Astrid von Terzi
Waldstraße 3 
85416 Niederhummel
Tel. 08761/753453 

oder selber aussäen z.B. mit der Saatgutmischung »Essbare Blüten« oder den Würz-Tagetes »Hot Mexican«, beide von Fa. Sperli, im Fachhandel oder www.sperli.de