BarfußpfadAuf dem Barfußpfad

Tasten tun wir hauptsächlich mit den Händen. Fast immer tragen wir Schuhe und wissen vielleicht gar nicht mehr, daß unsere Füße mindestens genauso gut verschiedene Oberflächen und Materialien erfühlen können.


Kinder besitzen noch einen natürlichen Drang zum Barfußlaufen. Bei jeder Gelegenheit ziehen sie Schuhe und Strümpfe aus, um die Welt mit den Fußsohlen zu erkunden. Nasses Gras kitzelt zwischen den Zehen, der Kiesweg piekst und auf heißem Asphalt kann man nicht lange stehen bleiben.

Intensivieren kann man solche Erlebnisse auf sogenannten Barfußpfaden. Hier wechseln sich viele verschiedene Bodenbeläge in aneinandergereihten Feldern ab: Sand, Rindenmulch, Schotter oder Tannenzapfen fordern unsere Füße. Lehm, Matsch oder Moor kosten vielleicht anfangs Überwindung, machen dann aber besonders viel Spaß.

Barfußpfade findet man oft als Ergänzung von Naturlehrpfaden, Wanderwegen oder auch in Kneipp-Anlagen. Empfahl doch bereits der „Wasserdoktor« Sebastian Kneipp (1821 - 1897) das Barfußlaufen als ideales Nervenstärkungsmittel. Weitere gesundheitsfördernde Aspekte sind: Kräftigung der Muskeln und Gelenke, Anregung der Durchblutung, Stärkung des Immunsystems und Streßabbau. Die Stimulierung der Fußreflexzonen wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus. 

Immer öfter entdecken auch Kindergärten den Barfußpfad als Lernort, weil er nicht nur vielfältige Sinneseindrücke für die sonst oft vernachlässigten Füße bietet. Hier kann man auch wunderbar Materialien kennenlernen und vergleichen. Es gibt große und kleine, runde und eckige Steine, hartes und weiches Holz, organisches und mineralisches Material. Weicher Lehm wird bei Trockenheit hart wie Stein und im Sand sinkt der Fuß tiefer ein als im Splitt.

Einen besonders gelungenen Fühlpfad gibt es im Kindergarten Mintraching. Neben gemauerten Hochbeeten, in denen Gemüse und Kräuter wachsen, schlängelt sich der Parcours, den tatkräftige Eltern im Frühjahr 2006 gebaut haben, gesäumt von Gräsern und Lavendel durch den Vorgarten. Hier bekommen die Kinder auch verschiedene Zusatzaufgaben, die das Fühlerlebnis noch verstärken. Sie lassen sich mit verbundenen Augen über den Pfad führen oder treten nur mit den Fersen oder den Zehenspitzen auf.

Ein Barfußweg bietet vielfältige Spiel- und Lernmöglichkeiten und wenn doch Langeweile aufkommt, kann man einzelne Bodenbeläge auch mal auswechseln.
[M. Meidinger]


Mehr Infos und Adressen von öffentlichen 
Barfußpfaden gibt es unter 
www.barfusspark.info