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Empfehlungen zur Stilldauer

Viele Mütter sind verunsichert, ob und wie lange sie Ihr Neugeborenes stillen sollen.


Mehrere Gremien befassen sich deswegen mit Empfehlungen zur Stilldauer von Säuglingen. So haben die WHO, die 54. Weltgesundheitsversammlung (WHA) und das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund Empfehlungen zum Stillen ausgegeben, die jetzt die Nationale Stillkommission zu einer Stellungnahme veranlasst hat.

Ausschließliches Stillen im engeren Sinn definiert die WHO als Stillen ohne weitere Gabe von Flüssigkeiten. Gemäß Stillkommission ist ein Zufüttern bei gestillten Säuglingen meist überflüssig und wird auch nicht empfohlen. Für die Dauer des ausschließlichen Stillens wird häufig ein Zeitraum von 6 Monaten angegeben. Dieses ist der Zeitraum, wo Muttermilch als alleinige Quelle für Flüssigkeit und Nährstoffe in der Regel vollkommen ausreicht. Dieser Zeitraum ist jedoch nicht absolut und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Säuglings. Jedoch sollte Beikost nicht später als dem 7. Lebensmonat, aber auch nicht vor dem 5. Lebensmonat gegeben werden. Eine Empfehlung für das Abstillen gibt es hingegen in Deutschland nicht, da es bislang keine wissenschaftliche Begründung für Nutzen oder Schaden gibt. Stillen ist letztendlich die hygienischste und kostengünstigste Variante der Säuglingsernährung, sodass zugestillt werden kann bis die Muttermilch versiegt oder das Kind die Brust verweigert.

Falls es jedoch aus persönlichen oder auch beruflichen Gründen nicht möglich ist, über längere Zeit zu stillen, sollte aber keinesfalls ganz darauf verzichtet werden. Neben der Stärkung der persönlichen Beziehung zwischen Mutter und Kind gibt es vermehrt Hinweise auf gesundheitliche Vorteile auch für kurzzeitig gestillte Kinder. So werden wahrscheinlich gestillte Kinder weniger häufig übergewichtig als ungestillte und entwickeln deswegen auch weniger übergewichtsbedingte Folgeerkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck. Leider sind diese Erkrankungen, die bislang erst in höherem Alter auftraten, in unseren Schulen keine Seltenheit mehr. 
[Dr. Thomas Skurk]


Dr. Thomas Skurk
Else Kröner-Fresenius-Zentrum 
für Ernährungsmedizin der TU-München 

Quelle: Przyrembel H. Aktuelle 
Ernährungsmedizin 2004;29:275-6


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