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Deutsches Museum

Schon wieder ein verregneter Sonntagmorgen! Missgelaunt schaut die Familie aus dem Fenster. »Was machen wir heute?«. Fahren wir doch ins Deutsche Museum nach München.

Deutsches MuseumDie Aufregung hält sich in Grenzen, aber nachdem ich verkünde, dass wir mit der S-Bahn hinfahren werden, steigt die Spannung doch merklich. Da wir bisher kaum mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, ist schon die Fahrt nach München ein Event! Die Aufregung ist groß, als die S-Bahn schließlich unterirdisch weiterfährt. An der Haltestelle »Isartor« angekommen, ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Deutschen Museum, den meine knapp 3-jährige Tochter locker schafft. Jetzt macht es sich bezahlt, dass wir früher schon häufiger hier waren. So wissen wir genau, welche Ausstellungen für unsere Kinder geeignet sind. Los geht es mit den Schiffen, denn hier kann man in das Innere eines alten Seglers schauen. Beim Betrachten eines Passagierdecks dritter Klasse und den anderen Kabinen fühlt man sich schnell wie ein richtiger Passagier. Aber auch die Schiffsmodelle laden zum Betrachten ein. Nachdem wir wieder »sicheren Boden« unter den Füßen haben, begeben wir uns zur Hochspannungsanlage. Dort wollen wir uns mal einen richtigen Blitz aus der Nähe anschauen und vor allem erfahren, was der so alles anrichten kann. Wer keine Angst vor lautem Knallen beim Entladen hat, der sollte diese Vorführung nicht verpassen (jeweils 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr), bei der auch wir Erwachsene allerlei Wissenswertes über Starkstrom erfahren! Nun ist es Zeit für eine kleine Mittagspause. Das Wetter hat inzwischen aufgeklart, und wir genießen im Garten des Museums unsere mitgebrachte Brotzeit, während die Kinder um die Windmühle und das Rettungsschiff toben.


Deutsches Museum AutoDanach machen wir noch einen Abstecher zu den Flugzeugen und Raumschiffen. Auch hier gibt’s eine Menge zu sehen und zum Teil können die Ausstellungsstücke auch betreten werden. So langsam lässt jedoch die Konzentration unserer Kinder nach. Deshalb widmen wir uns nun dem »Highlight« des Deutschen Museums: dem Kinderreich für Kinder bis 8 Jahren. Da waren wir bisher selbst noch nicht und sind erstaunt über die Vielfalt der Ausstellung. Da gibt es Wasserbassins, an denen verschiedene Wasserräder, Sperren etc. ausprobiert werden können. Erfahrene Museumsbesucher haben hier Wechselklamotten dabei, denn das ein oder andere Kind wird beim spielerischen Lernen so richtig nass. Meine große Tochter stürmt zu den Lastenzügen, um sich selbst in die Höhe zu ziehen. Die Kleine erklimmt sofort das alte Feuerwehrauto.


Deutsches Museum MusikinstrumenteÜberhaupt steht hier das Ausprobieren an erster Stelle: Musikinstrumente können bespielt werden, man kann erfahren, wie der Neumond zum Vollmond wird. Aber auch, wie ein Roboter einen Autositz einbaut, können wir sehen. Die sehr freundliche Dame an der Information gibt uns gegen eine kleine Spende Bastelmaterial zum Ausprobieren. Mehr soll hier nicht verraten werden, nur noch so viel: Meine Kinder waren nur sehr schwer fortzubewegen. Zum Abschluss schauen wir uns noch die Modelleisenbahnvorführung an (jeweils 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr), bevor wir uns schließlich wieder auf den Heimweg machen. Eine Woche später: die Sonne lacht vom Himmel – fast schon Badewetter! Meine Tochter: Fahren wir heute wieder ins Museum?!

Neben den oben genannten Ausstellungen sind auch noch ein paar andere Bereiche des Deutschen Museums für Kinder zu empfehlen: zum Beispiel die Bergbauausstellung, die Altamira-Höhle, die Glasbläservorführung und das technische Spielzeug. Für ältere Kinder bietet sich außerdem ein Besuch des IMAX-Kinos oder des Planetariums an. Geöffnet täglich von 09.00 -17.00 Uhr. Die Familienkarte kostet 15,00 Euro. Mit allen S-Bahnen erreichbar (Haltestelle Isartor).
[Heike Hartmann]


Deutsches Museum 
von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik
Museumsinsel 1
80538 München
www.deutsches-museum.de